Endlich mehr Sport – Interview mit dem Autor Torsten Pretzsch

Kennst Du das? Eigentlich müsste ich mehr Sport machen, endlich mit dem Sport anfangen. Gesünder leben. Wie oft hast Du dir diese Vorsätze schon gesetzt? Wie oft bist Du schon gescheitert? Wie oft war der innere Schweinehund stärker als Du? Dann lese „Endlich mehr Sport“ von Torsten Pretzsch und lass Dir zeigen wie es geht, ein Dranbleiber zu werden.

Torsten betreibt nicht nur den erfolgreichen ausdauerblog, er ist auch leidenschaftlicher Sportler. Hat immer schon gern Sport gemacht, bis der Job sein Leben dominierte und sein innerer Schweinehund ins Unermessliche wuchs.

Als er bei einer Radtour mit Freunden nicht mehr den Berg hochkam, wusste Torsten er muss was tun. 2008 war das Jahr des Aufbruches für Torsten. Er erhob sich von der Couch und ging den ersten Schritt Richtung mehr Sport. Das führte ihn bis zum Triathlon in Roth welchen er erfolgreich finishen konnte.

Als Teamleiter und Projektmanager war dieser Weg nur durch gutes Selbstmanagement möglich. Genau diese Strategien gibt Torsten an dich weiter in seinem Buch “Endlich mehr Sport“*

Und ich bin mir sicher, wenn Du das Buch gelesen hast, wird es Dir schwer fallen noch eine Ausrede zu finden, endlich ein sportliches Leben zu führen. Muss ja nicht gleich der Ironman wie bei Torsten sein 😉 Aber wer weiß, was alles passiert, wenn du endlich den ersten Schritt Richtung mehr Sport gemacht hast……

Ich habe Torsten ein paar Fragen zu seinem Buchprojekt und zu seinen sportlichen Zielen gestellt. Ich freue mich, dass Torsten mitgemacht hat und folgende Fragen beantwortet hat.

1.) Oliver: Torsten, seit gut einem Jahr bist Du am Start mit deinem Blogprojekt ausdauerblog.de. Erzähle uns kurz mal wie es dazu kam und wer Deine Zielgruppe ist?

Torsten: Erst einmal vielen Dank, dass ich in deinem Blog dabei sein darf. Nachdem ich durch meine eigene Geschichte über die Jahre festgestellt habe, wie gut Sport meinem Leben tut, wollte ich dieses Wissen auch an andere weitergeben. Fast ein Jahr ging ich mit der Idee eines Blogs über Sport in Verbindung mit Zeit- und Selbstmanagement schwanger, ehe Anfang 2015 dann der ausdauerblog das Licht der Welt erblickte.

Wenn du mehr Sport in deinem Leben machen möchtest, aber dann in der Hektik des Alltags trotzdem zu oft am Abend müde auf der Couch landest, statt dein Vorhaben in die Tat umzusetzen – dann bist du im ausdauerblog richtig.

Der Blog richtet sich an alle, die gerne mehr Sport machen würden, aber die durch andere Prioritäten im Leben den Anschluss verpasst haben.

2.) Oliver: Wie kam es dann zu der Idee mit dem Buch?

Torsten: Das Buch war die logische Weiterführung des Blogs. Alle meine persönlichen Erfahrungen auf meinem Weg vom Couchpotato zum Sportler stecken da drin. Und wie so viele hatte ich den Traum, einmal im Leben ein Buch zu schreiben. Der Erfolg des Blogs hat mir dann den letzten Kick gegeben, das in die Tat umzusetzen.

Also zog ich mich letzten Herbst für zwei Wochen an die Ostsee zurück und schrieb klassisch mit Blick auf das Meer an meinem Buch. Danach dauerte es zwar noch drei Monate, aber kurz vor dem Jahreswechsel stand es dann endlich auf Amazon zum Kauf.

Was mich dabei ein klein wenig stolz macht – es landete prompt in seiner Kategorie in der Bestseller-Liste. Das Buch scheint wohl einen Nerv getroffen zu haben…

3.) Oliver: Du empfiehlst eine Jahresplanung durchzuführen, sowohl privat als auch beruflich. Wie sieht das bei Dir aus? Schreibst Du alle Deine Ziele schriftlich nieder? Wie kontrollierst Du dich?

Torsten: Ich mache tatsächlich seit einigen Jahren ein detailliertes Jahresreview, was viel mehr als nur eine Planung ist. Meist Anfang Januar nehme ich mir zwei Tage Zeit und lasse das letzte Jahr privat und beruflich Revue passieren und schreibe mir im Anschluss meine Ziele für das beginnende Jahr auf.

Dieses Vorgehen bringt mir Klarheit im Kopf und lässt mich fokussierter werden. Allerdings bin ich auch flexibel genug, um im Laufe des Jahres die Ziele auch anzupassen und zu ändern. Nur muss es schon einen triftigen Grund dafür geben.

4.) Oliver: Welchen Tipp zur Jahresplanung kannst Du geben?

Torsten: Das wichtigste ist, das ganze möglichst ungestört und nicht zu Hause stattfinden zu lassen. Du brauchst eine andere und damit inspirierende Umgebung, um in Stimmung zu kommen.

Ich suche mir meist ein Business-Hotel raus, da ein schickes Wellnesshotel nur dazu verleitet, doch wieder den Wellnessbereich übermäßig zu beanspruchen.

Dann beginnst du mit dem Rückblick auf das letzte Jahr. Ich benutze dafür immer die gleichen Fragen und das macht die Jahresplanung vergleichbar. Ich betrachte dabei sowohl meinen Job als auch mein Privatleben. Gehört schließlich beides zusammen.
Die Reflexionsfragen führen mich ganz elegant vom Rück- zum Ausblick. Hier mal ein paar Beispielfragen:

• Welche Höhepunkte gab es im zurückliegenden Jahr? Welche Ziele habe ich im vergangenen Jahr erreicht? Welche Tiefs waren dabei?
• Gibt es noch unerfüllte Träume, die ich angehen will? Wie lassen sich diese realisieren?
• Wie kann ich meine privaten Ziele und meinen Beruf vereinbaren?
• Ist meine berufliche Entwicklung und meine aktuelle Jobsituation zufriedenstellend?

In meinem Blog gibt es eine ausführliche Anleitung, wie du so ein Jahresreview durchführen kannst.

5.) Oliver: In deinem Buch stellst Du zwei Möglichkeiten der Zielsetzung vor. Einmal für den Kopfmenschen und einmal für den Bauchmenschen. Welcher Typ bist Du?

Torsten: Das ist witzig – denn jahrelang hätte ich Stein und Bein geschworen, der absolute Kopfmensch zu sein. Ich bin schließlich Ingenieur und auch ein Zahlenmensch. Doch das ist quatsch – mein Bauch dominiert meine Gefühle und Stimmungen. Wenn mich ein Ziel nicht magisch anzieht, kann es noch so sinnvoll sein – ich werde es nicht erreichen.

Bin ich dagegen Feuer und Flamme für ein Ziel, so setze ich gerne Himmel und Hölle in Bewegung, um es zu erreichen. So hatte ich lange Zeit keine Ahnung, wie ich mein Privatleben und meinen fordernden Job als Projektmanager mit dem Ziel Ironman vereinbaren kann.

Irgendwann kam die zündende Idee und ich habe einfach in meiner Firma nach einem dreimonatigen Sabbatical gefragt. So etwas hatte noch niemand gemacht und als ich die Idee ein paar Leuten erzählte, hieß es: „Das geht sowieso nicht.“ Ging es aber und das sogar völlig reibungs- und problemlos. Wie heißt es so schön in einem Sprichwort: „Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hat es gemacht.“

Es hat auch nicht meiner beruflichen Karriere geschadet – ganz im Gegenteil. Schließlich erweitert so eine Auszeit nicht nur den sportlichen Horizont, sondern schärft auch den Blick von außen auf den Job und die Firma. Wenn auch du also keine Ahnung hast, wie du deine ambitionierten Ziele erreichen kannst – sei kreativ!

6.) Oliver: Welches sportliche Ziel verfolgst Du 2016? Und warum gerade dieses?

Torsten: Nachdem der Triathlon und das Laufen mich zum Sport bewegt hat und jahrelang mein steter Begleiter war, will ich 2016 einmal neue Wege gehen. Ich werde zum ersten Mal an einem MTB-Rennen teilnehmen und habe mir dazu gleich ein echtes Brett rausgesucht. Der Sellaronda Hero im wunderschönen Südtirol gilt als eines der schwersten MTB-Rennen der Welt. Auch wenn ich „nur“ die kleine Runde fahre, aber 3200 Höhenmeter auf nur 60km flößen mir unheimlich Respekt ein.

Und damit das Radjahr perfekt wird, steht im August noch der erste Gran Fondo NY Deutschland in Hameln auf dem Programm, schließlich mag ich Rennrad fahren genauso.

7.) Oliver: Gibt es bei Dir eine Löffelliste mit sportlichen Ereignissen die Du noch durchführen willst? Wenn ja, magst Du uns verraten was dein größter sportlicher Traum ist?

Torsten: Es gibt tatsächlich eine Bucketlist, die ich regelmäßig mit Ideen fülle und die auch mindestens zum Jahresreview von mir angeschaut wird. Und natürlich stehen dort auch noch einige sportliche Ziele drauf. Den größten sportlichen Traum habe ich mir bereits erfüllt. Nachdem ich 2008 nicht einmal 15 Minuten am Stück laufen konnte, stand ich 2014 am Start der Challenge Roth, einem Langdistanz-Triathlon mit 3,8km Schwimmen, 180km Radfahren und zum Schluss noch einen Marathon. Und das mit einer viertel Million Zuschauern an der Strecke. Es war der absolute Wahnsinn und unbeschreiblich schön.

Ansonsten stehen da trotzdem noch ein paar weitere sportliche Highlights auf der Liste. So dürfen es gerne noch ein paar mehr Marathons werden und wer weiß – vielleicht folgt auch noch ein weiterer Ironman, wenn die Gesundheit und die Prioritäten mitspielen.

8.) Oliver: Wie trainierst Du? Strukturiert nach Trainingsplan, feste Trainingstage? Welche Tipps kannst Du geben?

Torsten: Habe ich ein festes Ziel im Blick, geht bei mir nichts ohne Plan. Doch ich nehme nicht irgendeinen Standardplan und trainiere den runter, sondern passe den auf meine Bedürfnisse an. Und so solltest du das auch machen. Besonders wenn du eben nicht alle Einheiten des Plans genau wie beschrieben durchführen kannst, gilt es den Plan klug anzupassen.

Feste Trainingstage sind bei mir nur schwer umsetzbar. Dazu schwankt mein Trainingspensum auch im Jahresschnitt zu sehr. Während ich im Herbst gerne die Seele baumeln lasse und auch mal faul bin, wird natürlich im Frühjahr besonders viel trainiert.

9.) Oliver: Wie organisierst Du dein Training? Wie hältst Du die Balance um nicht zu viel zu trainieren (Dein Fehler am Anfang…)

Torsten: Mein Fehler am Anfang war weniger, dass ich zu viel trainiert habe, sondern dass ich zu sehr auf den Sport fokussiert war. Für mich gab es plötzlich nur noch Sport und ich habe zum Beispiel die Freunde völlig vernachlässigt. Ein riesiger Fehler, den sie mir zum Glück sehr deutlich gemacht haben. Ohne die gesunde Mischung aus Familie, Freunde, Job und Sport wirst du auf Dauer keine Freude am Training haben.

Also höre nicht nur auf deinen Körper, sondern auch auf dein Umfeld. Sport ist wichtig und macht riesig Spaß. Am meisten, wenn dein Umfeld hinter dir steht oder – noch besser – selbst mitmacht.

Damit ich nicht zu viel trainiere, hilft mir mein Schweinehund ganz gut. Der ist nämlich gar nicht so klein und manchmal tut das sogar gut. So habe ich in all den Jahren nie übertrieben und war auch kaum verletzt.

In den Alltag integriere ich mein Training am liebsten, in dem ich es zum Beispiel direkt nach der Arbeit lege. Ich starte also direkt vom Büro aus, schnüre die Laufschuhe und oder setze mich aufs Rad und drehe meine Runde – danach ist auch der Feierabendverkehr in der Großstadt schon deutlich geringer.

10.) Oliver: Hast Du noch Kontakt zu deinem Kollegen aus Österreich der Dir den Triathlon schmackhaft gemacht hat? Wenn ja ist er auch wieder durchgestartet?

Ja, er ist noch immer mein Kollege und ja – er hat ebenso die Kurve gekriegt. Und wie! Er gehört auf kürzeren und mittleren Distanzen im Triathlon wieder zu den besten seiner Region und seines Alters. Ist schlank, durchtrainiert und topfit. Das einzige was ihm wurmt ist, dass er immer mehr Schwierigkeiten hat, mit seinem Sohn mitzuhalten. 😉

Fazit: Endlich mehr Sport – Mit der richtigen Einstellung und Zeitplanung wirst Du es auch schaffen endlich mehr Sport zu machen. Schaue auch mal in der Facebook Gruppe von Endlich mehr Sport vorbei. Hier triffst Du auf gleichgesinnte und kannst Dir eine große Portion Motivation abholen. Fang an und bleib dran 🙂

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Über den Autor

Oliver Karrie ist der Gründer von effektivlaufen.de. Er ist dein online Lauftrainer, Zeitstratege und Motivator. Am liebsten ist er auf der Halbmarathondistanz unterwegs. Wenn er die Laufschuhe mal nicht an den Füßen hat, gibt er Dir gerne Tipps und Motivation für dein Lauftraining.

2 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hi Oliver,
    hi Torsten,

    wenn Fitnessblogger Fitnessblogger interviewen… 😉
    Sind sicherlich ein paar gute Anregungen von Torsten drin.

    Ich finde ja echt interessant, dass er jetzt den Fokus mehr aufs Radeln setzen will. Ich selbst bin kein großer Fahrrad-Freund, denke aber, dass es wichtig ist immer wieder etwas neues auszuprobieren.

    VG
    Jahn

    1. Hallo Jahn,

      da haben wir was gemeinsam, Radfahren ist auch nicht so meins. Kostet mich einfach zu viel Zeit wenn es auch Spaß macht. Aber für Torsten als Triathlet ist das Fahrrad nichts neues 🙂

      Gruß
      Oliver

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