Hindernisläufe in Deutschland – wenn einfach nur Laufen zu langweilig wird

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Laufen ist schon ein cooler Sport. Man kann ihn überall und jederzeit machen und braucht nicht viel, um ein effektives Training zu gestalten und damit etwas Gutes für seine Gesundheit zu tun.
Wer eine Weile dabei ist, der wird sich früher oder später auch in einem Wettbewerb mit sich selbst und auch mit anderen messen wollen. Das fängt mit einem 5-10km Volkslauf an und ab dann werden die Strecken immer länger und die Laufzeiten hoffentlich immer schneller.


Viele Leute finden solche Läufe jedoch mit der Zeit (oder von Anfang an) einfach zu langweilig und können sich dann auch nicht so recht dazu motivieren daran teilzunehmen, geschweige denn sich vorzubereiten.

In den letzten zwei Jahren ist jetzt aber eine neue Art von Laufevents auch in Deutschland so richtig populär geworden. Ich spreche von Hindernisläufen á la Tough Mudder und Co. Diese Läufe bieten Läufern ein ganz neues Lauferlebnis, das weit über die klassischen Laufveranstaltungen hinausgeht.
Wenn man bis vor einiger Zeit mit dem Ausdruck „Mount Everest des kleinen Mannes“ noch von einem Marathon gesprochen hat und ein solcher Lauf die ultimative Herausforderung für Breitensportler dargestellt hat, so sind die Herausforderungen inzwischen gewachsen. Wer heute eine Löffelliste schreibt, der hat sicherlich auch einen dieser richtig harten Hindernisläufe darauf stehen.

Im heutigen Artikel befasse ich mich mit allen Themen… Du erfährst in diesem Artikel unter anderem:

• Wieso diese gerade so im Trend liegen
• Weshalb jeder einmal bei einem mitmachen sollte
• Welche Hindernisläufe es in Deutschland gibt
• Welcher Lauf für wen der richtige ist
• Wie man sich auf so einen Lauf vorbereitet
• Was man braucht, um auf der Strecke gut ausgestattet zu sein

Woher kommt der Hindernislauf-Trend in Deutschland?

In einer Gesellschaft, die von Bürojobs dominiert wird, ist es im Alltag nicht mehr üblich sich die Finger schmutzig zu machen. Da kommt die Gelegenheit für manche recht, sich mal wieder so richtig in den Schlamm zu werfen.

Auch das körperlich an seine Grenzen gehen, ist im Alltag der meisten eher selten erforderlich. Die Menschen sind oft nicht ausgelastet. So eine richtige Herausforderung fehlt vielen. Da sucht man sich andere Möglichkeiten und findet…Hindernisläufe!

Angefangen hat das Ganze vermutlich mit dem Tough Guy Race, das inzwischen bereits seit fast 30 Jahren in England stattfindet. Wer damals an diesem Lauf teilgenommen hat, wurde von den meisten vermutlich für verrückt erklärt. Heute ist es ganz normal und cool, wenn man sich so etwas traut.

Ich würde sogar sagen, dass sich Läufe dieser Art inzwischen zu sozialen Events entwickelt haben, die für viele Menschen sehr wichtig geworden sind.

Jeder sollte einmal bei so einem Hindernislauf mitmachen

Ich sage jedem, mit dem ich über das Thema spreche, dass ich davon überzeugt bin, dass jeder mindestens einmal an einem Hindernislauf teilnehmen sollte. Davon bin ich so überzeugt, dass ich auf meinem Blog sogar extra einen Artikel mit den 10 Gründen einmal bei einem Tough Mudder mitzumachen verfasst habe.

So ein Lauf ist einfach ein großartiges Erlebnis. Man geht an seine Grenzen und vielleicht sogar darüber hinaus und am Ende der Strecke hat man wirklich das Gefühl etwas geschafft zu haben. Man hat eine Strecke bewältigt, an die sich viele niemals in ihrem Leben heranwagen würden. Das ist ein tolles Gefühl.

Waren Hindernisläufe bis vor einiger Zeit noch ausschließlich für Extremsportler gedacht, so sind viele dieser Läufe inzwischen zu sozialen Events geworden. Man spricht darüber, man trainiert gemeinsam dafür und vor allem erzählt man allen seinen Freunden auf sämtlichen Social-Media Kanälen von seinem Erfolg. Die Teilnahme und der erfolgreiche Abschluss an einem solchen Event verleiht also sogar einen gewissen sozialen Status.

Gerade bei Tough Mudder, aber auch einigen anderen Läufen dieser Art (den weniger kompetitiven), steht zudem der Team-Spirit ganz weit vorne. Jeder auf der Strecke hilft sich gegenseitig dabei die Hindernisse zu meistern. Das beschränkt sich nicht nur auf das eigene Team. Auch wildfremde Menschen helfen sich gegenseitig. Schließlich will man gemeinsam ins Ziel kommen.

Es gibt wirklich viele gute Gründe an solchen Läufen teilzunehmen. So richtig verstehen kann man das allerdings vermutlich erst, wenn man einmal bei einem dabei war. 😉

 

Eine gute Ausrede sich mal wieder so richtig schmutzig zu machen

Eine gute Ausrede sich mal wieder so richtig schmutzig zu machen

Hindernisläufe in Deutschland gibt es ganz schön viele

Eine Hand voll Läufe gab es auch schon, als ich meinen ersten Hindernislauf gemacht habe. Inzwischen ist das Angebot aber zu einer unüberschaubar großen Zahl herangewachsen. Musste man bis vor 2-3 Jahren noch durch die halbe Republik reisen, um an einem coolen Lauf teilzunehmen, gibt es inzwischen so viele, dass eigentlich jeder mindestens einen in seiner Nähe hat.

Ich werde hier kurz eine Auswahl vorstellen. Die meisten davon bin ich selbst schon einmal gelaufen, die anderen stehen auf meiner Liste für das kommende Jahr:

• Tough Mudder (Diverse) [16-18km]:
International mit über 50 Austragungsorten (3-4 davon in Deutschland) die größte Eventserie dieser Art. Dieser Lauf ist definitiv ein besonderes Erlebnis. Ich bin bereits schon drei gelaufen und ein großer Fan.

• Spartan Race (Diverse in D und A) [5/13/20km]:
Wohl das kompetitivste Rennen in dieser Liste. Der Lauf ist deutlich stärker auf Einzelkämpfer ausgelegt. Es gibt sogar eine extra Startergruppe für die, die besonders schnell sein wollen. Wer innerhalb eines Jahres alle drei Distanzen läuft bekommt eine besondere Auszeichnung: Die Trifecta.

• Survival-Run (Hodenhagen) [8/16km]:
Ein etwas anderer Hindernislauf, der durch den Serengeti-Safari-Park führt. Das Event ist dank der 8km-Distanz mit relativ einfachen Hindernissen recht gut für Anfänger geeignet. Gleichzeitig gibt es aber auch eine Zeiterfassung und in der 16km Klasse einige Teilnehmer, die durchaus als kompetitiv zu bezeichnen sind.

• XLETICS – ehemals Krassfit (Diverse) [6/12/18km]:
Die Organisatoren dieser Laufreihe sind echt mit einer Menge Herzblut dabei und überlegen sich immer neue coole Sachen. Der Lauf an der Ostsee ist hier besonders herauszustellen. Frische Seeluft und salziges Meerwasser geben so einem Hindernislauf nochmal einen ganz anderen Charakter. Trotz der unterschiedlichen Distanzen, wird bei den XLETICS-Challenges im Gegensatz zu anderen Läufen kein Streckenabschnitt doppelt gelaufen.

Das Tough Guy Race (Wolverhampton bei Birmingham)  [15km]:
Der Lauf ist nicht in Deutschland, muss allerdings als Mutter aller Hindernisläufe aufgeführt werden. Dieser Lauf steht auch ganz oben auf meiner To-Run Liste!

• Strongman Run (Nürburgring, ab 2016 auch Wacken und Ferropolis) [20km]
Ein Klassiker unter den Hindernisläufen in Deutschland. Wer einen Hindernislauf mit Tradition und guter Stimmung sucht, der ist hier gut untergebracht. Von den Teilnehmerzahlen gehört dieser Lauf auch zu den größten Einzelläufen. In 2016 wird von einem zu 3 Austragungsorten expandiert.

• Getting Tough –The Race (Rudolstadt) [23km]:
Der wahrscheinlich härteste Lauf in der Liste findet jedes Jahr im Dezember statt. Was ihn so hart macht? Vor allem die Tatsache, dass er im Dezember stattfindet und man trotzdem zwischendurch durch eiskaltes Wasser schwimmen muss. Auch die Hindernisse sind alle nochmal eine Spur härter als bei den anderen Events. Deshalb ist die Abbrecherrate bei keinem Event größer. Wem alle anderen Läufe zu langweilig sind, der wagt sich an diesen!

• Und noch viele mehr!

So gemütlich wir es bei keinem dieser Hindernislauf über längere Strecken zugehen.

So gemütlich wird es bei keinem dieser Hindernislauf über längere Strecken zugehen.

Welcher Lauf ist der richtige für Dich?

Bei so vielen Optionen kann man sich schon einmal fragen, mit welchem Lauf man denn jetzt am besten in seine persönliche Hindernisläufer-Karriere starten soll. Pauschal lässt sich diese Frage sicherlich nicht beantworten. Welcher der richtige Lauf für einen ist, ist definitiv eine Typfrage und auch eine Frage der persönliche Erfahrung und Präferenzen.

Um Dir die Entscheidung etwas leichter zu machen und Dir eine Orientierungshilfe zu geben, habe ich alle potentiellen Interessenten in drei Gruppen aufgeteilt: Den Lauf-Neuling, den erfahrenen Hobby-Läufer und den Wettbewerber. Dann habe ich mir überlegt, welcher Lauf für die jeweilige Gruppe wohl am besten für den Einstieg in die Hindernislaufwelt geeignet ist:

• Der Lauf-Neuling ist generell noch nicht besonders lauferfahren und möchte gerne einmal einen Hindernislauf ausprobieren. Er weiß noch nicht, ob solche Events für ihn das richtige sind, will es aber gerne versuchen.

Für den Lauf-Neuling empfehle ich den Survival Run in Hodenhagen.

• Der erfahrene Hobby-Läufer ist schon seit ein paar Jahren auf Straßen und Waldwegen unterwegs und hat schon diverse Laufschuhe verbraucht. Auch an einigen Laufveranstaltungen hat er bereits teilgenommen. Ihm ist dabei auch die gesellschaftliche Komponente wichtig. Jetzt möchte er aber gerne einmal etwas anderes ausprobieren und sucht nach einer neuen Herausforderung.
Diesem Läufer-Typ empfehle ich die Tough Mudder Eventreihe. Falls eine Reise ins Ausland eine Option ist, dann ist sicherlich auch das Tough Guy Race in England eine gute Option.

• Der Wettbewerber läuft am liebsten gegen andere Läufer und gegen die Zeit. Er hat schon an diversen Laufevents teilgenommen und liegt immer im vorderen Finisher-Feld. Ein Lauf ohne Zeiterfassung und einen gewissen Wettkampfcharakter kommt für ihn gar nicht in Frage.
Dem Wettbewerber würde ich am ehesten die Teilnahme an einem Spartan-Race empfehlen.

Natürlich kann grundsätzlich jeder Läufer-Typ an jedem Event teilnehmen. Oftmals macht es auch einfach Sinn mit einem Event in der Nähe anzufangen. Ich glaube jedoch, dass die verschiedenen Läufertypen sich bei den empfohlenen Events am wohlsten fühlen  und diese damit einen guten Einstieg in die Welt der Hindernisläufe darstellen.

Auf die richtige Vorbereitung kommt es an

Wer sich für die Teilnahme an einem der vielen Hindernisläufe entschieden hat, der sollte sich natürlich auch möglichst gut darauf vorbereiten.

Grundsätzliche spielt das Lauftraining natürlich eine entscheidende Rolle. Du solltest zumindest in der Lage sein locker 10km durchgehend in Deinem Tempo laufen zu können. Im Training etwas mehr Strecke zu machen schadet jedoch ganz sicher auch nicht.

Wenn Du die nötige Laufpraxis und –ausdauer noch sammeln bzw. aufbauen musst, dann bist Du hier auf diesem Blog an der weltbesten Adresse. Oliver bietet nämlich einen kostenlosen 12-teiligen Email-Kurs für Laufanfänger an. Am besten meldest Du Dich direkt hier dafür an.

Für das nötige Krafttraining als Vorbereitung auf die Hindernisse reicht die regelmäßige Durchführung eines guten Bodyweight-Trainingsplans. Ich biete auf meinem Blog übrigens dafür geeignete, kostenlose Trainingspläne zum Download an. 😉

Auch das Training der Kraftausdauer ist in der Vorbereitung auf so einen Lauf auf jeden Fall sehr sinnvoll. Immerhin gibt es eine Menge Hindernisse an denen eine große Kraftaufwendung über einen längeren Zeitraum erbracht werden müssen (hangeln, klettern etc.).

Eine richtig gute Ausrüstung ist im Schlamm Gold wert

Der Lauf ist ausgesucht, die Vorbereitung ist in vollem Gange, jetzt sollte es auf keinen Fall an der falschen Ausrüstung scheitern. Ein paar grundsätzliche Tipps möchte ich deshalb hierzu an dieser Stelle auch noch abgeben:

Ein Paar ordentliche Trail-Schuhe sind Pflicht. Für den ersten Versuch tun es auch ein paar ausgediente Treter; aber wer ein zweites Mal laufen will, wird schon auf der Strecke bereuen, dass er sich nicht ein Paar ordentliche Laufschuhe geholt hat. 😉

Klamotten sollten möglichst enganliegend, leicht und atmungsaktiv sein. Alles was hängt und schlabbert und wenn es nass ist, irgendwie beim Laufen stören könnte, solltest Du nicht anziehen.

Handschuhe sind je nach Lauf sinnvoll. Das hängt sehr stark von den Hindernissen, den individuellen Vorlieben und der persönlichen Schmerzempfindlichkeit ab.

Hier gibt es übrigens einen ausführlichen Erfahrungsbericht zu dem Thema von mir auf meinem Blog: Welches Tough Mudder Equipment Du wirklich brauchst.

Fazit: Nicht warten, anmelden!

Jetzt solltest Du ausreichend über das Thema Hindernisläufe informiert sein, um eine Entscheidung für Dich treffen zu können, wann und wo Du an Deinem ersten Lauf dieser Art teilnehmen möchtest.

Also warte nicht lange, sondern melde Dich am besten gleich zu einem Event an. Wenn man einmal angemeldet ist, dann ist auch die Wahrscheinlichkeit sich ordentlich vorzubereiten und damit regelmäßiger zu trainieren deutlich höher, als wenn man es sich nur vornimmt.

Wir sehen uns auf der Strecke

Jahn

Mehr von mir gibt es übrigens auf meinem Blog Fitvolution zu lesen.

 

Über den Autor

Jahn Sterley schreibt auf fitvolution.de über effektives Training, einfache gesunde Ernährung und die besten Motivationstipps. Mit seinen Tipps und Tricks hilft er Dir dabei fit und gesund zu bleiben, egal wie viel Du unterwegs bist und wie wenig Zeit Du hast. Außerdem ist Jahn ein begeisterter Extrem- und Hindernisläufer.

Danke, dass Du den Artikel zu Ende gelesen hast.

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Sportlich fair. Deine Daten sind bei mir absolut sicher. Es erfolgt keine Weitergabe an dritte. Kein Spam. Ist versprochen.

6 Kommentare, sei der nächste!

    1. Hallo Marcel,

      Wie im Artikel erwähnt handelt es sich bei den beschriebenen Läufen um eine Auswahl. Mein Anspruch war nicht alle Läufe zu beschreiben die es gibt sondern eine repräsentative Selektion vorzustellen. Ich wollte außerdem nur über Läufe schreiben, die ich auch wirklich kenne und ich denke ich habe eine gute Auswahl getroffen.
      Ich werde jedoch darüber nachdenken noch eine Auflistung weiterer Läufe hinzuzufügen.

      Gruß
      Jahn

  1. Servus Jahn, servus Oliver.

    Da ich mich mit dem Thema gar nicht auskenne finde ich es sehr interessant darüber zu lesen. Ich wusste gar nicht, dass es so viele verschieden Läufe gibt. Finde daher auch nicht schlimm, dass du nicht alle aufgezählt hast (wie soll das gehen? ;D ).

    Gruß,
    Ben

    1. Hallo Ben,

      schön, dass Dir der Artikel gefällt. Er soll einen guten Überblick über das Thema und ausgewählte Läufe geben. Ich denke eine Auflistung aller möglichen Läufe würde die Leser auch etwas überfordern. Wie sagt man so schön: „Gib den Leuten zu viele Wahlmöglichkeiten und sie entscheiden sich nicht“. Ich hoffe ja, dass einige Leser dieses Artikels sich auch dafür entscheiden einen der beschriebenen Läufe auszuprobieren.

      Viele Grüße
      Jahn

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